• Frage: Werden KI's jemals in der Lage sein Emotionen nachzuempfinden?

    Frage gestellt gear21bus am 28 Mrz 2023.
    • Foto: Karsten Weber

      Karsten Weber Beantwortet am 28 Mrz 2023:


      Es gibt KI-Systeme, die bestimmte emotionale Ausdrücke des Gesichts bereits ganz gut erkennen können. Es ist also davon auszugehen, dass diese Systeme immer ebsser werden und immer sicherer immer mehr emotionale Ausdrücke erkennen können. Ob sie diese dann aber auch nachempfinden können, ist ein ganz anderes Thema. Man kann KI-Systeme sicher so programmieren oder trainieren, dass sie Reaktionen zeigen, die andeuten, dass sie wissen, welche Emotionen ihr (menschliches) Gegenüber hat, aber ob man das als ein Nachempfinden bezeichnen möchte, ist unklar. Da wir aber letztlich auch bei Menschen das Nachempfinden an äußeren Merkmalen festmachen — ja, vielleicht.

    • Foto: Christian Kellermann

      Christian Kellermann Beantwortet am 28 Mrz 2023:


      Eine KI kann immer nur simulieren – im Prinzip also „nachempfinden“. Ohne Körperlichkeit kann sie selbst nicht empfinden, aber wir können ihr oder sie sich selbst, die Reaktion auf Empfindungen antrainieren. Berühmtes Beispiel für „empfindsame KI“ ist HAL 9000 aus Kubricks Space Odyssey aus dem Jahr 1968. HAL 9000 wird menschlich, also empfindsam dargestellt und gleichzeitig als rationale Maschine. Der Film spiegelt die damalige Diskussion um KI sehr gut wie ich finde – vor allem das Bedrohliche, das damit verbunden ist. Ein KI-Klassiker!

    • Foto: Jacqueline Bellon

      Jacqueline Bellon Beantwortet am 28 Mrz 2023:


      Ich sage ganz einfach mal: nein. Zumindest keinesfalls so, wie es sich bei Lebewesen anfühlt. Man kann aber natürlich Verhaltenssequenzen programmieren und auch funktionale Äquivalente, das heißt: technisch gebaute Strukturen, die ganz bestimmte Funktionen nachmachen, bauen, so dass Maschinen für uns erscheinen, als hätten sie Emotionen. Beim Menschen gibt es Emotionen aus Gründen des (guten) Überlebens, wir haben sie, weil wir Lebewesen sind und sie uns mehr oder minder mitteilen, was für unser (gutes) Überleben wichtig ist. Roboter haben keinen inneren Überlebensdrang, weil sie nicht lebendig sind. Man könnte ihnen aber Ziele einprogrammieren, also sagen: „Dein Ziel ist Selbsterhaltung“. Dann könnte man sich sogar vorstellen, dass man der Maschine so etwas wie Schmerz- und Lust einprogrammiert, aber das würde sich eben nicht auf dieselbe Weise „anfühlen“ wie Lebewesen das fühlen. — Man kann aber nicht wirklich beweisen, dass eine Sache nicht dieselben Gefühle hat wie ein Lebewesen, also muss man letztlich selbst entscheiden, was man glaubt.

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